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„Auch wir wollen so schnell als möglich Resultate“

Der Gemeinderat hat 2016 ein strategisches Grobkonzept mit 10 Leitideen und 21 Strategien zur Zentrumsentwicklung entworfen, öffentlich zur Diskussion gestellt und verabschiedet. Auf dieser Basis wurden im Frühling 2017 erste Sofortmassnahmen umgesetzt und Vorarbeiten für die grösseren Projekte in die Wege geleitet. Seither wurde die Bevölkerung mit Ausnahme eines Zwischenstands zu verschiedenen Grossprojekten am 31. August 2017 kaum mehr informiert. Stellvertretend für andere interessierte Bürger möchte der Präsident der Stiftung Dorfbild, Werner Frischknecht, von Gemeindepräsident Renzo Andreani wissen, warum dies so ist.

Werner Frischknecht: Im März hat der Gemeinderat in Aussicht gestellt, dass im gleichen Jahr zum Obstmarkt ein Kredit für einen Wettbewerb gesprochen werden soll und dass dieser 2018 durchgeführt und die Resultate vorgestellt werden. Passiert ist nichts.

Renzo Andreani: Das mag gegen aussen so scheinen. Hinter den Kulissen wurde jedoch viel gearbeitet. Es wurden diverse Abklärungen gemacht, wir haben Gespräche mit Grundeigentümern rund um den Obstmarkt geführt und die Grundlagen aufgearbeitet. Das Ziel dieser Abklärungen ist, dass wir genau wissen, was zu beachten ist und welcher Spielraum für eine Planung und Gestaltung auf dem Obstmarkt besteht, bevor wir einen Wettbewerb ausschreiben. Sonst läuft man Gefahr, dass ins Blaue hinaus geplant wird. Das würde heissen, dass man zwar durch einen Wettbewerb tolle Planungen für einen öffentlichen Begegnungsraum erhält, diese aber nicht umsetzbar sind, weil in der Realität viele einschränkende Vorgaben zu beachten sind.

Es ist von aussen dennoch schwer nachvollziehbar, warum es so lange dauert, bis die Rahmenbedingungen geklärt sind.

Bei der Arbeit an den Grundlagen hat sich gezeigt, dass der Spielraum auf dem Obstmarkt sehr beschränkt ist. Wenn alles bleibt, wie es heute ist, erscheint eine entscheidende Aufwertung des Obstmarkts schwierig. Darum hat man versucht, Spielräume für eine Gestaltung zu schaffen, also zu schauen, wo Veränderungen möglich wären.

Was heisst das konkret?

Ein Beispiel: Würde man den heutigen Kreisel durch eine normale T-Kreuzung ersetzen, so ergäbe sich dadurch mehr Platz für den Obstmarkt, was natürlich schön wäre. Diese Möglichkeit haben wir abklären lassen. Leider hat sich gezeigt, dass dies aus verkehrstechnischer Sicht nicht machbar ist. Eine T-Kreuzung hätte Störungen im Verkehrsfluss zur Folge, die schlimmstenfalls zu einem Verkehrskollaps führen könnten. Die Erkenntnis, dass dieser Spielraum eben nicht besteht, ist also eine entscheidende Grundlage für einen Wettbewerb. Um genau solche Spielräume auszuloten, hat man detaillierte technische Abklärungen eingeholt und zahlreiche Gespräche mit Grundeigentümern geführt, was alles sehr zeitintensiv ist. Zudem werden neue Ideen mitgedacht, wie die Verkehrsflüsse über den Obstmarkt auch für den Langsamverkehr zu verbessern und die Aufenthaltsqualität für die verschiedenen Veranstaltungen zu steigern. Dieser Prozess ist bis heute nicht ganz abgeschlossen. Dass dies so aufwändig sein würde, haben wir unterschätzt.

Warum wurde denn nicht über diese Zwischenschritte informiert?

Gerne hätten wir die Öffentlichkeit natürlich mit konkreten Informationen beliefert. Aber eigentlich informiert man ja nicht, wenn man noch keine Resultate vorweisen kann. Vor allem stehen wir wie erwähnt noch in zahlreichen Gesprächen, die zum Teil nicht einfacher werden, wenn die Öffentlichkeit bereits involviert ist. Wir bitten die Bevölkerung um Verständnis für diese Verzögerungen.

Wir sind aber der Meinung, dass es sich lohnt, zu warten. Man darf nicht vergessen, dass der Obstmarkt schon seit 35 Jahren auf eine gute Lösung wartet. Viele vor uns haben sich daran die Zähne ausgebissen, nun wollen wir uns die nötige Zeit nehmen, damit es diesmal hoffentlich klappt. Aber ja, zum Beispiel über die Verkehrssimulation hätten wir informieren können.

Was hat denn diese Verkehrssimulation für Resultate hervorgebracht?

Das Gutachten liegt erst seit zwei Monaten vor. Es hat gezeigt, dass ein überwiegender Anteil des Verkehrs im Zentrum hausgemacht ist. Der Durchgangsverkehr macht nur ca. 18 Prozent aus. Zudem ist die Umfahrungsstrasse in den Spitzenstunden schon heute überlastet. Das heisst jegliche Massnahmen zur Verlagerung des Verkehrs würden dem Zentrum nur wenig Entlastung bringen, aber gleichzeitig die Umfahrungsstrasse überlasten. Im Gutachten wird deshalb empfohlen, dass man vom bekannten Verkehrsaufkommen ausgeht und dieses einfach möglichst verträglich gestaltet, einerseits für angrenzende Wohngebiete und andererseits für den Fuss- und Veloverkehr. Für den Obstmarkt heisst das, dass in Bezug auf den Verkehr Optimierungen vorzunehmen sind, aber dass der Verkehr im Moment nicht merklich reduziert werden kann.

Neben dem Obstmarkt wollte der Gemeinderat einige weitere Projekte vorantreiben. Was ist aus ihnen geworden?

Einige Sofortmassnahmen wurden umgesetzt, etwa die leicht verbesserte Fussgängerführung auf dem Obstmarkt, das Vorantreiben des Parkierungsreglementes bis zur Entscheidungsreife oder die Planung für eine Neugestaltung des Platzes vor der Dorfkirche. Letztere ist aber abhängig von der Neugestaltung der Oberen Gossauerstrasse, die durch Rechtsverfahren blockiert ist. Das ist wie der Obstmarkt ein gutes Beispiel, wie im Zentrum viele Dinge ineinandergreifen, wie Abhängigkeiten bestehen, die die ganze Planung sehr aufwendig und langwierig machen. Ich kann Ihnen versichern, dass Gemeinderat und Verwaltung alles andere als untätig sind. Auch wir wollen ja so schnell wie möglich Resultate, aber wir sind eine öffentlich-rechtliche Körperschaft mit ihren Mechanismen und politischen Rahmenbedingungen. Wir müssen und wollen soweit machbar auf alle Beteiligten Rücksicht nehmen.

Wie ist der Stand bei der Dorfkirche und anderen Pendenzen?

Auch bei der Dorfkirche wären wir gerne weiter, aber wir hoffen, nach den Sommerferien eine mehrheitsfähige Lösung erreicht zu haben. Ebenfalls pendent ist eine angedachte Verkehrsberuhigung an der Kasernenstrasse zwischen Obstmarkt- und Migros-Kreisel durch einen Mehrzweckstreifen in der Fahrbahnmitte. Neu an die Hand genommen haben wir zusammen mit der Stiftung Dorfbild und dem Gewerbeverein eine Aussensicht durch das schweizweit erfahrene „Netzwerk Altstadt“. Diese soll einerseits aufzeigen, wo Herisau im Vergleich zu anderen Orten vergleichbarer Grösse steht und andererseits, welche Rahmenbedingungen für das Gewerbe verbessert werden können.

Wann ist mit einer nächsten Information des Gemeinderates zu rechnen?

Wenn es wichtige Fortschritte zu melden gibt, informieren wir wie gewohnt laufend. Darüber hinaus wird der Gemeinderat 2018 wieder wie letztes Jahr drei, vier Wochen nach den Sommerferien einen Überblick über den Stand der wichtigsten Projekte zur Zentrumsentwicklung geben, auch wenn sie noch nicht entscheidungsreif sein sollten.

 


So vielfältig das Zentrum von Herisau ist, so komplex sind die Aufgaben, die zu lösen sind.
So vielfältig das Zentrum von Herisau ist, so komplex sind die Aufgaben, die zu lösen sind.

Dokument MM-Interview_Renzo_Stand_Zentrum_Juni_2018.pdf (pdf, 82.8 kB)


Datum der Neuigkeit 21. Juni 2018
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