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Zukunft des Zentrums - eine Auslegeordnung


Der Gemeinderat hat sich in zwei Retraiten im Februar und April intensiv mit der Zukunft des Herisauer Zentrums befasst.


Als erstes wurde unter Einbezug zahlreicher Studien und Projekte der Ist-Zustand analysiert. Nach Ansicht des Gemeinderates funktioniert vieles gut. Anderes kann verbessert werden. So hat Herisau zwar viele Läden und schöne Gassen im Zentrum. Der Obstmarkt und der Platz vor der Kirche werden aber durch den Verkehr samt Kreisel dominiert, was dieses attraktive Herzstück schwächt. Dieses Manko ist seit Jahrzehnten bekannt und wurde auch im laufenden Prozess seit der Zukunftswerkstatt vom Mai 2014 immer wieder benannt. Auch die 2014 mit 441 Unterschriften eingereichte Petition der EVP forderte eine Neugestaltung insbesondere des Obstmarktes sowie eine Verkehrsberuhigung.

Wie weiter beim Obstmarkt
Im Wissen darum, dass es wegen der engen Platzverhältnisse keine Ideallösung gibt, möchte der Gemeinderat die Situation mit verschiedenen Ansätzen verbessern. Angestrebt wird eine würdevollere Gestaltung der Umgebung von Regierungsgebäude und Kirche. In einer ersten Phase soll deshalb die seit langem diskutierte Sanierung und Gestaltung des Obstmarktes aufgegleist werden. Dafür will der Gemeinderat nächstens einen Vorprojektierungskredit beantragen. Damit der würdevollere Rahmen zur Entfaltung kommen kann, ist eine Reduktion der Parkplatzzahl angezeigt.

Langzeitparkieren in Tiefgarage
Dabei kommt das Parkierungskonzept ins Spiel, das in den vergangenen Monaten erarbeitet wurde. Dieses zeigt auf, wo Ersatzparkplätze geschaffen werden können. Im Vordergrund steht hier eine Umlenkung von Langzeitparkierern in eine bestehende oder neu zu bauende, freundlich gestaltete Tiefgarage.

Gewerbe soll profitieren
Möglichst nicht reduziert werden soll hingegen die Zahl der Kurzzeitparkplätze für die Kundinnen und Kunden des Gewerbes. Dieses soll von der höheren Aufenthaltsqualität und den anderen Massnahmen im Zentrum ebenfalls profitieren, weshalb der Gemeinderat einem ausgewogenen Parkplatzangebot eine hohe Priorität einräumt. Sobald genügend Ersatzparkplätze gefunden sind, ist nach Ansicht des Gemeinderates in einer späteren Phase der Weg frei für einen multifunktionalen, fast parkplatzfreien Obstmarkt. Auf diesem soll dann mehr Leben einkehren, ohne dass aber eine Dauerbespielung nötig wäre. Ein gutes Beispiel für einen multifunktionalen Platz bietet der Bundesplatz in Bern – auch ein früherer Parkplatz.

Das Gleichgewicht zu finden zwischen einer frequenzfördernden Aufenthaltsqualität im Herisauer Zentrum und den Bedürfnissen von Autofahrern, Velofahrern und Fussgängern, die alle als Kunden erwünscht sind, ist eine Hauptaufgabe der nächsten zehn bis zwanzig Jahre. Der Gemeinderat strebt dabei nicht eine möglichst rasche, sondern eine schrittweise, nachhaltige Lösung an. Klar scheint ihm aber, dass Handlungsbedarf besteht, auch um dem Sog entgegenzuwirken, der durch die Einkaufsmöglichkeiten in den angrenzenden St.Galler Gemeinden besteht.

Mit dem Kanton aufwerten
Zu einem attraktiveren Ortskern gehören entsprechend gestaltete Strassen. So sollen die auf den Obstmarkt führenden drei Hauptachsen so aufgewertet werden, dass sie die Ankunft in der „guten Stube“, im Herzen von Herisau, signalisieren und weniger schnell befahren werden, so dass die Fussgänger leichter die Strasse überqueren können. Diese Idee war von einer der drei Projektgruppen vorgebracht worden, die ihre Studien im Juni 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt hatten. Wie dies realisiert werden kann, muss mit dem Kanton als Besitzer der Strassen diskutiert werden. Ziel ist es, dass eine bessere Koexistenz zwischen dem motorisierten und dem Langsamverkehr inklusive Fussgänger entsteht.

Die vom Gemeinderat erarbeiteten Leitideen und Strategien umfassen aber nicht nur Verkehr und Plätze rund um den Obstmarkt. Als weitere mittel- und langfristige Massnahmen in Betracht kommen für den Gemeinderat zum Beispiel die Konzentration der Läden zwischen Denner und Migros, damit die Kleinbetriebe gegenseitig von ihrer Laufkundschaft profitieren, sowie die Schaffung einer direkten Verbindung Bahnhof-Ebnet-Zentrum in Zusammenhang mit der Bahnhofsentwicklung. Um diese Vorhaben zu koordinieren, prüft der Gemeinderat den Beizug eines Ortsentwicklers.

Basis für all diese Überlegungen ist ein strategisches Grobkonzept, das der Gemeinderat in den Retraiten erarbeitet hat. Es definiert im Gebiet zwischen Bahnhof, Migros und Post, wo das Wohnen und wo das Einkaufen, wo der Verkehr und wo Ruhezonen/Pärklein, wo städtische und wo eher dörfliche Elemente ihren vorrangigen Platz haben. Zum Konzept gehören zehn Leitideen und 22 Strategien (s. Kasten 2). Diese können grossenteils nicht isoliert betrachtet werden, sondern nur in einer Gesamtschau, weil gegenseitige Abhängigkeiten bestehen.
Mit dieser Auslegeordnung und Gewichtung hat der Gemeinderat einen wichtigen Schritt für die Aufwertung des Zentrums gemacht. Nun ist wieder die Meinung der Bevölkerung gefragt, s. dazu die Rubrik Übersicht.
(Dieser Texte entspricht fast vollständig der Medienmitteilung vom 24. August)
 
Hier finden Sie die Zusammenfassung des Grobkonzepts samt Umfragebogen. Zentrum_Info_und_Umfragebogen.pdf (7845.5 kB)
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