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Das Herisauer Wappen


Das Herisauer Wappen, ein aufrecht schreitender Bär mit geschultertem Holzstamm, geht wie bei vielen Gemeinden der Region auf die Galluslegende zurück.


Bild Wappen von Herisau

Bereits 771 wurde die Begegnung des Heiligen mit dem Bären erstmals schriftlich festgehalten. Gallus soll dem Bären befohlen haben, Holz zu holen und ins Feuer zu werfen, worauf dieser sofort umkehrte und mit einem schweren Stamm zurückkam, den er ins Feuer legte. Als Lohn überreichte Gallus dem Bären ein Brot, befahl ihm jedoch, aus dem Tal der Steinach zu weichen.

Zwei geschnitzte Elfenbeinplatten in der Stiftsbibliothek St.Gallen, die ins 9. Jahrhundert datiert werden, hielten diese Begebenheit zum ersten Male bildlich fest.

Im 14. Jahrhundert wurde der schwarze Bär in Gold zum Wappenbild der Abtei St Gallen. Wie die Stadt, die das Symbol übernahm, zeigte das Kloster in seinem Wappen einen aufrechten Bären mit einem Brot in den Tatzen. Der geschulterte Holzstamm tauchte erstmals auf dem Herisauer Siegel von 1401 auf. Knapp 20 Jahre später ersetzte das Kloster in seinen Siegeln das Brot ebenfalls durch den Stamm. Ab Ende des 15. Jahrhunderts verwendeten sowohl Stadt wie Abtei St.Gallen einen Bären ohne Beizeichen.

Herisau blieb beim Motiv mit dem Holzstamm. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts besass es aber aus unbekannten Gründen kein Siegel mehr. Scheinbar geriet auch dessen Sujet in Vergessenheit. Die Appenzeller glaubten nämlich 1539 im Bannerhandel, die in ihrem Besitz befindliche Laurentiusfahne hätten sie von den St.Gallern erobert. Es blieb pikanterweise dem St.Galler Rat vorbehalten, mittels Urkunden zu beweisen, dass es sich um ein Herisauer Banner handelte. Er wusste auch, dass Herisau seine Fahne wie andere Gemeinden bei der Obrigkeit in Appenzell hinterlegt hatte, als es sich dem gemeinsamen Land anschloss. Der Vorfall liess das Herisauer Wappen wieder stärker ins Bewusstsein rücken. In der Chronik des Johannes Stumpf aus dem Jahre 1548 wurde es jedenfalls abgebildet.

Ein neues Siegel ist erst für das Jahr 1664 wieder belegt.

Die ältesten erhaltenen Fahnen, die das Gemeindewappen zeigen, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Es handelt sich vorwiegend um Kompaniefahnen, die den Herisauer Bären mit Holzstamm zusammen mit dem Ausserrhoder «VR» als Medaillon auf einem geflammten Tuch zeigen.