Bahnhofkreisel: Ein neuer Dreh- und Angelpunkt entsteht

2. November 2022
Die Arbeiten des Kantons Appenzell Ausserrhoden am Knoten Bahnhofstrasse kommen planmässig voran. Ende November dürfte die Gossauerstrasse wieder geöffnet sein.

Es ist das grösste Bauprojekt des Kantons in den letzten Jahren: Seit vergangenem März laufen die Hauptarbeiten am Knoten Bahnhofstrasse. Herzstück des Projekts wird der neue Kreisel mit 30 Metern Aussendurchmesser, der künftig Bahnhof-, Mühle-, Gossauer- und Güterstrasse miteinander verbinden wird. 

45 Tonnen Armierungseisen wurden für die neue Brücke verbaut.
Für die neue Brücke wurden 45 Tonnen Armierungseisen verbaut.

Auf dem Weg dahin wurde im Bauprojekt nun ein Meilenstein erreicht: Mitte September wurde die neue Brücke, welche die Gossauerstrasse über die Mühlestrasse und die Bahnlinie führt, betoniert. 300 Kubikmeter Beton wurden dafür über die 45 Tonnen verlegter Armierungseisen gegossen. Um beim Betonieren der Brücke schneller voranzukommen, wurden die hölzernen Schalungselemente bereits vorgefertigt angeliefert.

Wichtigen Termin eingehalten
«Das war der zeitkritischste Arbeitsschritt in diesem Projekt», sagt Ueli Schmid, Projektleiter beim kantonalen Tiefbauamt. Denn der Beton braucht genügend Zeit um auszuhärten. Erst danach kann die Fahrbahn auf der Brücke fertiggestellt werden. Diese ist aber unbedingt nötig, damit ab kommendem März die bestehende Brücke für die Bahnhofstrasse abgebrochen werden kann. Danach kann der Eisenbahntunnel verlängert werden, auf dessen Dach letztlich der Kreisel zu liegen kommt. Dieses Zwischenziel wurde nun erreicht. «Voraussichtlich Ende November ist die Gossauerstrasse wieder durchgehend offen.»

Verkehrssituation wird stark verbessert

Ueli Schmid, Projektleiter kantonales Tiefbauamt
Ueli Schmid, Projektleiter kantonales Tiefbauamt.

Die Verlegung des Kreisels löst die Verkehrssituation, die bisher «sehr unglücklich» ausgesehen habe, sagt Ueli Schmid. Der bestehende Kreisel am Bahnhof wurde einst als Provisorium erstellt und erfüllt weder die Strassenbaustandards noch die Sicherheitsanforderungen. Ausserdem mussten bisher alle von der Industrie her kommenden Verkehrsteilnehmenden den Umweg über den Bahnhof machen, um zur Bahnhofs- oder Gossauerstrasse zu gelangen. Zudem hatte die bestehende Infrastruktur ohnehin grossen Sanierungsbedarf im Rahmen von sieben bis acht Millionen Franken. Die Verschiebung des Kreisels ist auch eine wichtige Voraussetzung für das Projekt Bahnhof Herisau (siehe Kasten).

Mit der Neugestaltung erhält einer der meistfrequentierten Orte in Herisau ein neues Gesicht. Schon heute kann man sich nur noch schwer vorstellen, wie der Knoten Bahnhofstrasse vor Beginn der Hauptarbeiten ausgesehen hat. So musste im vergangenen Jahr in einem Teil der Baustelle für die Verlängerung des Eisenbahntunnels eine grosse Grube ausgehoben werden. Dieses Jahr konnte dieser Aushub verwendet werden, um die Mühlestrasse auf das Niveau der übrigen Strassen zu heben und den Standort des Kreisels aufzuschütten.

Bauen im Zentrum ist eine Herausforderung
Eine solch grosse Baustelle mitten im Zentrum bringt laut Ueli Schmid besondere Herausforderungen. Die Bahnlinie darf nicht beeinträchtigt werden, die Platzverhältnisse sind beengt. Um die Sicherheit zu gewährleisten, werden der Eisenbahntunnel sowie die Gebäude rund um die Baustelle – viele davon stehen unter Schutz – permanent auf Erschütterungen und Verschiebungen überwacht. Schmid ist sich bewusst, dass die Bauarbeiten für die Anwohnerinnen und Anwohner erhebliche Immissionen verursachen. «Ich bin dankbar für das Verständnis, das uns entgegengebracht wird.» 

Die Beeinträchtigungen werden so gering wie möglich gehalten und die Bauarbeiten nach Möglichkeit optimiert. So wurden im vergangenen Herbst, während der Totalsperrung der Bahnlinie, die Erstellung der Tunnelfundamente für die Verlängerung des Eisenbahntunnels kurzfristig vorgezogen. «Damit können wir auf 30 bis 40 Arbeitseinsätze während der Nacht verzichten», sagt Ueli Schmid. Auch die Aushubarbeiten für die Tunnelverlängerung fanden während der Totalsperre statt. Somit bleiben insgesamt noch rund drei Wochen, während denen die Arbeiten auch nachts laufen. 

Projekt Bahnhof Herisau 
Das Projekt Bahnhof Herisau bringt dem Ausserrhoder Hauptort eine moderne Verkehrsdrehscheibe und einen einladenden Abfahrts- und Ankunftsort. Die Neugestaltung unterstreicht nicht nur Herisaus Stellung als Tor zum Appenzellerland, sondern schafft auch Freiraum für eine bedeutende Entwicklung in den bestens erschlossenen Baufeldern auf dem Bahnhof-Areal. Der Bahnhof Herisau ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kantons Appenzell Ausserrhoden, der Gemeinde Herisau sowie der Schweizerischen Südostbahn AG, der Appenzeller Bahnen AG, der Regiobus AG und der Post Immobilien AG. Die ersten Arbeiten erfolgten 2021, als unter anderem der Bahnhof der Appenzeller Bahnen nach Süden verschoben wurde. Nach der Fertigstellung des Knotens Bahnhofstrasse folgt das Gemeindeprojekt für den Bahnhofplatz mit Bushof. 

Die Schalung für die neue Brücke wird montiert. (Bild: Hanspeter Schiess Fotografie, 5. September 2022)
Die Schalung für die neue Brücke wird montiert. (Bild: Hanspeter Schiess Fotografie, 5. September 2022)

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