Gemeinde Herisau reduziert Strassenbeleuchtung

6. Dezember 2022
Um zur Vermeidung einer Energiemangellage beizutragen, reduziert die Gemeinde Herisau die öffentliche Beleuchtung. Auch innerhalb der Verwaltung werden Sparmassnahmen ergriffen.

Derzeit besteht für Februar und März 2023 das Risiko, dass es in der Schweiz zu einer Energiemangellage kommt. Der Bundesrat ruft Wirtschaft und Bevölkerung zur sparsamen Verwendung von Energie auf. Der Gemeinderat Herisau unterstützt diesen Appell und sieht die Gemeinde Herisau als Energiestadt in der Verantwortung, einen Beitrag zu leisten. Zu diesem Zweck hat eine Arbeitsgruppe in Koordination mit allen Abteilungen abgeklärt, welche Energiesparmassnahmen sinnvoll sind. Im Zuge dessen hat der Gemeinderat bereits Ende Oktober entschieden, dieses Jahr auf eine öffentliche Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten.

Verkehrssicherheit hat Priorität

Nun hat der Gemeinderat beschlossen, dass auch bei der öffentlichen Beleuchtung Energie gespart werden soll. Das Ressort Tiefbau/Umweltschutz hat Abklärungen getroffen, wie eine Reduktion der Beleuchtung unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben und mit Rücksicht auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung erfolgen kann. Dabei hat sie sich an den Empfehlungen des Fachstabs Energie & Versorgung 22 des Kantons Appenzell Ausserrhoden orientiert. Bei diesen Überlegungen hatte die Verkehrssicherheit jederzeit Priorität. Fussgängerstreifen, unübersichtliche Stellen, Kreuzungen, Fusswege mit erhöhter Unfallgefahr sowie Fussgängerunterführungen sind von der Reduktion ausgenommen.

Verschiedene Technologien im Einsatz

Die Herisauer Strassenbeleuchtung ist ein über Jahrzehnte gewachsenes System aus insgesamt 1865 Leuchtstellen, bei dem sich nur rund jede vierte Lampe direkt ansteuern lässt. Derzeit sind rund 770 Strassenleuchten bereits auf LED umgerüstet, die übrigen werden noch mit Natriumdampf- oder Mischlichtlampen betrieben. Für die vorgesehenen Anpassungen an über 750 Leuchtstellen sind daher verschiedene Massnahmen nötig: Bei den steuerbaren LED-Lampen wird das Lichtprofil angepasst. Bei den steuerbaren Natriumdampf- und Mischlichtlampen, die via Halbnachtschaltung gesteuert sind, wird die reduzierte Beleuchtung um 2,5 Stunden ausgeweitet. Damit werden die Strassen von 22.30 bis 5.30 Uhr mit verminderter Leistung beleuchtet oder je nach Leuchtmittel einzelne Leuchten abgeschaltet. In Strassenzügen mit nicht steuerbaren Leuchten wird, wo es möglich ist, jede 2. oder 3. Leuchte vorübergehend ausser Betrieb genommen, genau wie die insgesamt 50 Kandelaber, die sich ausserorts befinden. Sämtliche Schritte sind so gewählt, dass sie jederzeit wieder rückgängig gemacht werden können.

Die Umsetzung dieser Energiesparmassnahme ist bis spätestens Ende Januar 2023 vorgesehen. Das Einsparpotenzial für Strom wird derzeit auf 10 bis 15 Prozent geschätzt. Anfang 2024 soll die Massnahme auf ihre Wirksamkeit geprüft und über ihre Weiterführung entschieden werden. Dabei werden auch die Versorgungssicherheit, Rückmeldungen aus der Bevölkerung sowie der Strompreis berücksichtigt.

Massnahmen innerhalb der Verwaltung

Auch die Gemeindeverwaltung leistet einen Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs. Im Arbeitsalltag soll überall dort Energie gespart werden, wo dies ohne grössere Nachteile möglich ist. Eingeschränkt wird insbesondere der Gebrauch elektrischer Geräte. Zudem wird die Raumtemperatur auf 19 bis 20 Grad beschränkt. Die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung werden ausserdem dafür sensibilisiert, wie sie im privaten und im Arbeitsalltag Energie sparen können.

Der Gemeinderat bedankt sich bei allen Herisauerinnen und Herisauern für ihren bewussten Umgang mit Energie. Einfache Tipps zur Senkung des Energieverbrauchs sind unter www.nicht-verschwenden.ch zu finden.

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