Ein Hauch von Spitzeneishockey
Marcel Kull hat eigentlich alles gesehen und erlebt, was es im Schweizer Eishockey zu sehen und erleben gibt. Der 73-Jährige war über 20 Jahre lang Torhütertrainer beim HC Davos. In dieser Zeit gewann er an der Seite von Kulttrainer Arno Del Curto mehrere Meistertitel und brachte klangvolle Namen wie Jonas Hiller, Reto Berra oder Leonardo Genoni hervor. Im vergangenen Sommer wurde der Herisauer an der Swiss Ice Hockey Night gar mit einem Award für seine Verdienste ausgezeichnet. «Dank dieser Zeit habe ich einige gute Verbindungen», sagt Marcel Kull. «Das macht es einfacher, Top-Mannschaften für uns gewinnen.» Das Schöne am Eishockey sei, dass viele der Clubverantwortlichen sehr unkompliziert seien. «Ich nehme das Telefon zur Hand, rufe da an und frage — ganz einfach.»
Weltstar mit Fragezeichen
Dieses Jahr findet der Anlass zum zweiten Mal statt. An der Premiere vor zwölf Monaten traten mit dem HC Davos und Adler Mannheim zwei Mannschaften an, die auch vom 20. bis 22. August wieder dabei sind. Komplettiert wird das Turnier vom tschechischen Club HC Rytiri Kladno. «Das Besondere bei Kladno ist, dass Jaromir Jagr einer der Eigentümer des Vereins ist», erklärt Marcel Kull. Der 54-jährige Tscheche ist der zweitbeste Scorer in der Geschichte der NHL, der besten Eishockeyliga der Welt. In der letzten Saison stand er trotz seines Alters noch selbst auf dem Eis. «Seine Karriere hat er noch nicht offiziell beendet. Allerdings weiss ich nicht, ob er nach Herisau reisen und spielen wird.» Ob mit einem der besten Spieler aller Zeiten oder nicht -- Marcel Kull erwartet in den drei Partien hochstehendes Eishockey. «Wir versuchen bewusst, unseren Anlass so nahe wie möglich am Saisonstart anzusetzen. So treten die Mannschaften in Bestbesetzung an, und wir bekommen intensive Spiele zu sehen.» Während die Davoser nach ihren beiden Begegnungen zurück ins Bündnerland reisen, übernachten die Mannheimer in St. Gallen und Kladno im Hotel Landhaus Säntis. Kürzlich sei eine Delegation aus Tschechien vor Ort gewesen. «Die Infrastruktur im Sportzentrum hat sie so überzeugt, dass sie gleich eine Woche bleiben und trainieren», erklärt Kull.
Ein «Nein» gibt’s nicht
Marcel Kull organisiert die VC 999 Herisau Ice Hockey Classics gemeinsam mit seinem Sohn Stefan und OK-Präsident Markus Bachschmied. «Wir kümmern uns von den Quartieren für die Mannschaften über das Parkplatzkonzept bis zum Catering um alles. Zum einen sind wir bereits ein eingespieltes Team, zum anderen spüren wir sehr viel Wohlwollen seitens des Sportzentrums, der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, der Sponsoren sowie der Polizei und des Militärs.» So sei es kein Problem gewesen, einen Teil der Kasernenstrasse zu sperren, um das kulinarische Angebot auf die Fahrbahn auszuweiten. «Und mit Markus Rosenberger hat das Sportzentrum einen Leiter, der nie etwas pauschal abwinkt. Diese Bereitschaft und die gute Infrastruktur vor Ort ermöglichen es uns erst, diese Spiele zu organisieren.» Was nach dem Anlass an Geld übrigbleibt, kommt dem Nachwuchs des SC Herisau zu. «Deshalb hoffen wir auf volle Tribünen und attraktives Eishockey.»
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