Trommeln, Tracht und Tanz reizen
«Ausgangsstellung. Die Schläger aber bitte nicht am Kinn!» Andreas Schweizers Stimme ist bei der Probe deutlich zu vernehmen. Etwa seit 1995, schätzt er, bereite der «harte Kern» mit ihm selber, Peter Frick und Roberto Ferrer die Tambouren auf das Kinderfest vor. Sie seien schon damals im Tambourenverein Herisau aktiv gewesen. Peter Fricks Sohn Mario hilft unterdessen auch mit. 73 Schülerinnen und Schüler von der 4. Klasse bis zur 3. Oberstufe haben sich eingeschrieben. «Eine schöne Zahl», sagt Schweizer. Etwa zehn von ihnen seien schon einmal dabei gewesen.
Zuerst Holzböckli, dann Trommeln
Anfang Februar haben die Schülerinnen und Schüler die Holzböckli erhalten. Bis eine Woche nach den Frühlingsferien probten sie jeweils auf diesen im Schulhaus Ebnet West – in zwei Gruppen. «Wir merken, ob sie wie gewünscht zuhause geübt haben», sagt Peter Frick und schmunzelt. Ende April wurden die Böckli zurückgegeben, die Knaben und Mädchen bekamen ihre Trommeln. Dieses Vorgehen habe sich seit Jahren bewährt. Weiterhin wird am Dienstag geprobt, nun im Freien. «Am Chinderfescht» ist der Titel des einen Stücks (es stammt aus dem Lehrmittel des Schweizerischen Tambourenverbands). Das andere ist eine «Retraite», ein Basler Stück. «Jetzt habe ich den Unterschied zwischen laut und leise nicht gemerkt», kommentiert Andreas Schweizer bei unserem Besuch eine gerade gespielte Passage. Kein Zweifel: Bis am 9. Juni kriegt das der Tambouren-Nachwuchs hin.
Gruppe Land: Mit vier Proben zur Aufführung
98 Schülerinnen und Schüler haben sich diesmal für die Gruppe Land angemeldet. Das ist eine Rekordzahl, seit Kathrin Sutter-Schläpfer, Lehrerin im Schulhaus Ifang, 2011 die Leitung übernommen hat. Etwa die Hälfte der Kinder machen die 1./2. Klassen aus. Nicht alle teilnehmenden Knaben und Mädchen kommen aus bäuerlichen Familien. «Das ist erfreulich und zeigt: Viele Kinder sind letztlich doch mit den Traditionen und dem Brauchtum verbunden.» Es seien in der Gruppe auch einige Schülerinnen und Schüler mit einem Migrationshintergrund, ergänzt Kathrin Sutter-Schläpfer. Die Leiterin glaubt, dass zahlreiche Jugendliche gerne die Gelegenheit nutzen, einmal eine Tracht zu tragen. Mehrere Trachten stehen für eine Vermietung zur Verfügung.
Es werden an jedem Kinderfest zwei neue Tänze eingeübt: einer für die jüngeren Kinder (1./2. Klasse), einer für die älteren. Einzelne Elemente würden dabei vielleicht von einem früheren Kinderfest übernommen und «neu verpackt». Vier Proben sind im Mai angesetzt, jeweils 90 Minuten lang: eigentlich eine kurze Zeit. Die Tänze seien nicht allzu schwierig. In den ersten zwei Proben werden die Elemente geübt, nachher erfolgt das Zusammensetzen der Teile und das «Vertiefen». Zudem werden die Übergänge geprobt. Bisher habe man es immer geschafft, die Tänze einzustudieren. Kathrin Sutter-Schläpfer: «Und wenn auf der Bühne etwas nicht perfekt sitzt, überzeugen wir mit den Trachten, Frisuren und Blumen.»
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