Fast 60‘000 Fahrkilometer in Gelb
Nicht weniger als 70 Kobler-Schulbusse sind in auffallend gelber Farbe unterwegs – von Frauenfeld über St.Gallen bis ins Appenzellerland. Seit 1971 existiert die Firma mit Hauptsitz in Gossau. «Wir führen den Betrieb in zweiter Generation, die dritte ist auch schon aktiv», sagt Ursi Kobler, die das Geschäft mit ihrem Mann Roger leitet. Vier Fahrzeuge sind in Herisau stationiert und tragen Ausserrhoder Kennzeichen. 55‘000 bis 60‘000 Kilometer legen die Schulbusse in Diensten der Schule Herisau pro Jahr zurück.
«Am Puls der Kinder sein»
«Das ist mein ‹Büro›», sagt Ursi Kobler und zeigt einen dicken Ordner. Minutiös sind die Touren, Zeiten, Haltestellen erfasst. Natürlich sitze sie manchmal auch am Computer. Aber es sei ihr wichtig, selber Fahreinsätze zu leisten. «Ich will am Puls der Zeit und der Kinder sein.» Was fällt ihr zu den Herisauer Aufträgen ein? Erstens: Die Gemeinde sei «multikulti» - auf einer Fahrt würden Kinder barfuss und mit der Zipfelkappe einsteigen, auf der anderen sei ihre «Kundschaft» eher städtisch. Diese Mischung sei spannend. Zweitens: Sie sei extrem froh, dass Absprachen und die Terminplanung sehr gut funktionierten.
Nicht nur für die Gruppenbeförderungen ist die Firma zuständig, sondern auch für sehr viele Einzeltransporte zu Therapiestunden – mehrheitlich bis ins Alter der 3. Klasse. «Die Kinder bringen mich jeden Tag zum Lachen. Und wenn sie einmal schlechte Laune haben, steigen sie nach 20 Minuten wieder aus….»
Enger Austausch mit Eltern
Sie kenne unterdessen viele Kinder. Auch der Austausch mit den Eltern sei eng, etwa bei Krankheiten, wenn die Eltern melden, dass sie ausnahmsweise den Transport selber übernehmen, oder wenn eine Turntasche vermisst wird. Entsprechend oft sei sie am Telefonieren. «Ohne Freisprechanlage ginge es nicht.»
Gegen 100 Chauffeure und Chauffeurinnen sind bei der Firma angestellt, inbegriffen jene, die für Carreisen oder Gütertransporte mit Lastwagen eingesetzt werden. Pensionierte und Fahrer mit kleinen Pensen gehören dazu. «Dank unserer Grösse sind wir flexibel.» Freude am Umgang mit Kindern, gute Deutschkenntnisse, körperliche Fitness und Zuverlässigkeit nennt Ursi Kobler als Voraussetzungen für das Führen eines Schulbusses. Zudem muss die Ausbildung zur Berechtigung für gewerbsmässigen Personentransport abgeschlossen sein und ein Sonder-Privatauszug des Strafregisters vorliegen.
Pünktlichkeit ist das A und O
Elementare Bedeutung hat die Pünktlichkeit aller Beteiligten. Zwei Minuten würde der Schulbus auf Kinder warten, dann fahre er ab, damit er den Fahrplan einhalten könne. «Wenn jemand fehlt, erhalte ich ein Telefon vom Fahrer. Ich versuche dann, die Eltern zu kontaktieren.» Oftmals sei eine Abmeldung vergessen gegangen. «Schöne Ferien, Frau Kobler!», würden ihr manche Kinder jeweils wünschen, die zwölf Wochen Ferien haben. Aber die planerische Arbeit läuft für Ursi Kobler auch in diesen Zeiten in den verschiedenen Bereichen weiter. «Zudem fahren einige Schulbusse in den Schulferien ebenfalls, etwa für Behindertenwerkstätten.»
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